Filter Bubble – was ist das?

Es liegt in der Natur des Menschen: In unserer Freizeit umgeben wir uns vorrangig mit Menschen, deren Meinungen sich mit unseren decken. Dank des Internets ist dies einfacher als je zuvor. Nehmen wir als Beispiel Facebook. Je nachdem, wie stark man Facebook nutzt, wissen das Team um Zuckerberg und seine Algorithmen viel oder sehr viel über einen – im Normalfall aber mehr als das soziale Umfeld. Man gibt seine Freunde an, tritt Gruppen bei, veröffentlicht, welche Veranstaltungen man besucht und abonniert Zeitschriften, Personen und politisch motivierte Seiten. Da sich der persönliche Newsfeed nur durch Freunde und Gefällt mir-Angaben zusammensetzt, wird er, selbst in der Anfangszeit, vorrangig aus Informationen bestehen, welche der eigenen Meinung entsprechen. Interagiert man mit einer bestimmten Seite häufiger als mit anderen, steigt diese im Relevanzranking. Dadurch werden ihre Beiträge schneller und häufiger in den Newsfeed gespült, wohingegen die anderen Seiten, mit denen selten bis gar nicht interagiert wird, irgendwann komplett aus dem Newsfeed verschwinden. So sorgt Facebook einerseits mithilfe von Algorithmen dafür, dass man zwar nur mit Beiträgen konfrontiert wird, die einen scheinbar interessieren, andererseits aber auch den eigenen Horizont nicht überschreiten. Eher links eingestellte Menschen sehen so Meldungen, die eher rechts eingestellte Menschen gar nicht zu Gesicht bekommen. Dieses Phänomen wird auch Filter Bubble genannt. Der Begriff geht auf den US-amerikanischen Internetaktivisten Eli Pariser zurück, welcher das Phänomen in seinem 2011 erschienenen Buch „What the internet is hiding from you“ ausführlich beschrieb.

Ein großes Problem dabei ist, dass man durch die Filter Bubble nur eine Seite der Geschehnisse sieht. Werden Meldungen infolgedessen nicht weiter hinterfragt oder recherchiert, führt dies zur Instabilisierung der Demokratie und spielt durch die Vereinfachung von komplexen Problemen Populisten in die Hände. Facebook ist jedoch nicht die einzige dazu beitragende Plattform. So hat Twitter im März 2016 den chronologischen Newsfeed durch einen algorithmusbasierten Feed ersetzt, welcher auf ähnlichen Kriterien aufbaut wie der oben beschriebene Facebookalgorithmus. Auch bei Google lässt sich das Phänomen nachweisen. So erhält man andere Suchergebnisse, abhängig von vorherigen Suchen. Leute, die sich nicht für Politik interessieren, bekommen bei einer Suche nach einem Land, z.B. Ägypten, eher touristische Informationen statt politische Meldungen. Politische Aktivisten hingegen sehen erst nach ein paar Ergebnisseiten etwas anderes als Nachrichten.

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